Das scharlachrote Tuch-
Rot ist die Farbe starker Gefühle, denkt er. Rot ist Erregung und Hitze. Rot ist die Lust.
Er berührt ihre Spalte mit seiner Eichel, sacht, ganz sacht, spürt das Kitzeln ihrer Härchen, fühlt, wie nass sie ist, ihre Zartheit und die Erregung ihrer Klitoris.
Staubkörnchen tanzen in der sonnendurchfluteten Stille seines Ateliers und zeichnen alles weich. Sie umschweben das Messingbett in der Mitte des Raumes und die Rothaarige, die zwischen den weißen Kissen ruht.
Sie liegt auf dem Rücken, hat sich auf die Ellenbogen gestützt und den Kopf leicht zurückgelegt. Ihr Haar fällt großzügig über ihre nackten Schultern und wetteifert mit der Farbe des scharlachroten Tuches, das ihren Körper umhüllt.
Ihre Konturen schmiegen sich in das Seidentuch, beinahe, als wäre es eine zweite Haut. Am liebsten würde er es wegziehen, langsam, ganz langsam, sodass es ihren Körper streichelt.
Ich will sie anfassen, gesteht er sich ein. Überall. Und er weiß genau, dass sie es weiß - denn ihre Augen, die die Farbe von altem Weinbrand haben, sind auf ihn gerichtet und ein wissendes Lächeln versteckt sich in ihren Mundwinkeln.
Seit Tagen geht das schon so.
Es macht ihn rasend.
Er holt tief Luft, mischt etwas Schwarz in das Rot auf seiner Palette und verteilt die Farbe mit dem Pinsel auf der Leinwand, malt Schatten an die Stellen, wo der scharlachrote Stoff ihre Vagina verdeckt, und stellt sich vor, wie sie unter diesem verfluchten Tuch aussieht.
„Ich bin feucht“, flüstert sie plötzlich.
Seine Hand hält in der Bewegung inne.
„Was?“
„Feucht.“ Sie steht auf, verknotet das Tuch zu einer Toga, geht zu ihm und nimmt ihm den Pinsel aus der Hand.
„Warm“, wispert sie in sein Ohr. „Weich. Ungefähr so.“ Ihre Zunge ertastet seine Ohrmuschel, ihre Mundhöhle schmiegt sich darüber.
Er wird hart, steinhart.
Träge umfährt sie mit dem Zeigefinger die Konturen seiner Lippen, leckt mit ihrer Zungenspitze über die empfindlichen Stellen an seinen Mundwinkeln und umschließt seinen Mund mit ihrem.
Ein „Mhm“ entfährt ihm, als sie leicht saugt. Er lässt sie lutschen, nagen, beißen, küssen und weiß nicht, wie lange das so geht, spürt nur, dass er es ihr mit seinen Lippen, Zähnen und der Zunge gleichtut.
Ihre Beine umschlingen seine Hüften, als er sie – Mund an Mund – zum Bett trägt. Er zerrt sich das Hemd vom Körper, die Jeans, seine Shorts und greift nach dem scharlachroten Tuch.
„Nein!“, sagt sie bestimmt und legt stattdessen seine Hände auf ihre Brüste. Sanft massiert er die schwere, weiche Fülle und knetet sie durch das glatte Tuch hindurch. Er umfasst mit dem Mund ihre Brustwarzen, durchnässt die Seide und saugt, bis er die Spitzen mit den Zähnen fassen kann. Da, wo der Stoff nass ist, wird er kalt, und die Warzen zeichnen sich prall darunter ab.
Er umschmeichelt sie weiter mit der Zunge und reibt gleichzeitig sein steifes Glied an ihrem Venushügel, gleitet über das Tuch, wieder und wieder.
„À mamilla.“ Sie drückt mit beiden Händen ihre Brüste zusammen. „Coitus à mamilla.“
Er will den Knoten lösen und das Tuch zur Seite schieben, doch sie schüttelt den Kopf. Also lässt er ihr ihren Willen, rutscht nach oben und schiebt seinen Penis in die Spalte zwischen ihren verhüllten Brüsten. Er bewegt sich in der seidigen Falte vor und zurück, bis seine Stöße unkontrolliert werden und er weiß, dass er einfach innehalten muss.
Er spürt seinen Herzschlag überall, sein Körper pulsiert, das Blut rauscht in seinen Ohren und er denkt für einen Wimpernschlag: Ich komme ... ich will kommen ... jetzt!
Aber da gleitet sie unter ihm weg, schiebt sich ein weniger tiefer, bis er über ihrem Gesicht kniet, und gönnt ihm eine winzige Verschnaufpause, bevor sie ihren Daumen und Zeigefinger wie einen Ring um seinen Hodenansatz schließt und die glatten Kugeln in ihren Mund gleiten lässt.
Sie beginnt zu summen und er keucht überrascht auf, als er die Vibrationen spürt. Sein Bauch zieht sich zusammen, eine wohlige Gänsehaut bedeckt seinen Körper, er holt zischend Luft – bis sie aufhört.
Dann liegen sie da. Kopf an Kopf, heftig atmend.
Er zupft an dem Tuch. „Nimm es weg.“
Sie schüttelt den Kopf.
„Warum nicht?“
Aber sie lacht nur, und fährt mit den Lippen über seine Brust, weiter zum Bauch, umschließt seine Eichel. Sie reizt das zarte Hautbündchen seiner Vorhaut intensiv mit der Zunge und schiebt dann seinen Schaft tief und tiefer in ihren Mund. Als sie schluckt, fühlt es sich an, als wolle sie ihn verschlingen.
Er hört sich stammeln: „Hör nicht auf ... hör nicht auf!“ Hinter seinen geschlossenen Lidern tanzen Lichter, scharlachrot wie ihr Tuch, und er will es zerfetzten, er will sie sehen, ihre Haut berühren, er will sie küssen, überall. Er will zwischen ihren Schenkeln knien und in sie dringen ... schnell ... hart ... sanft.
Ihr Atem streichelt seine Lippen. Er reibt sich an ihr, spürt, wie sie sich ihm durch den dünnen Stoff entgegenreckt.
„Nimm es weg.“
„Nein.“
Er hält inne, sagt nichts mehr, legt seine Stirn gegen ihre und schiebt das scharlachrote Tuch eine Winzigkeit höher.
„Nein.“
Ein Stückchen noch, nur wenig mehr. Er sieht ihr dabei unverwandt in die Augen, wendet den Blick nicht ab und dann ist er zwischen ihren Beinen.Beide halten den Atem an.
Herzen hämmern.
Sie legt ihre Hände auf seinen Po und zieht ihn kraftvoll zu sich heran.
Wie von selbst gleitet er in sie, bewegt sich nur leicht, bis er ganz tief in ihr ist. Er nimmt sie, Stirn an Stirn, bis das Tuch schweißdurchtränkt an ihrem Körper klebt, er hört, dass sie schreit, und fühlt, wie sich ihre Scheidenwände rhythmisch um seinen Schaft zusammenziehen, als es ihm kommt.
Sein Körper beruhigt sich allmählich und der Schweiß trocknet langsam auf seiner Haut.
Staubkörnchen tanzen in der sonnendurchfluteten Stille seines Ateliers und zeichnen alles weich. Sie umschweben das Messingbett, ihn und die schlafende Rothaarige zwischen den zerwühlten Kissen.
Er betrachtet das scharlachrote Tuch, das ihren Körper verhüllt, und spielt mit dem Gedanken, es wegzuziehen. Aber nur kurz. Ganz kurz. Dann nimmt er die Hand zurück.
Rot birgt Geheimnisse, denkt er. Es ist ein Symbol für Leidenschaft. Und die Farbe der Liebe.